| Datum: Dienstag, 12. Mai 2026 Abfahrt: 12:35 Uhr Ankunft: Mittwoch, 13. Mai 2026 06:40 Uhr |
Start - Ziel: Von Tarifa nach Malaga-Velez |
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| Seemeilen: | 106,09 |
| Skipper: | Winny |
| An Bord | Winny |
| Wetterbedingungen: | Sonnig mit Wolken, immer achterlicher Wind von 15 - 25 Knoten, Strömung 0,7 bis 2,5 Knoten |
| Motorstunden: | 4 |
| Bemerkungen: Ich war fest zwischen einem riesigen Fischerboot und einem Walewhatching-Boot. Ich konnte es kaum glauben, es war das Boot der berühmten schweizer Orca-Forscherin Katharina Heyer, ich wollte schon fast rübergehen und mir ein Autogramm geben lassen. Sie kennt hier jedes einzelne residente Individium. Sie macht das schon seit über 30 Jahren und weiß sogar noch die Omas und Uromas. Ich kümmerte mich mal wieder um die Maschine, ich stellte fest, dass ich den neuen SEPAR-Filter falsch eingebaut habe, der Federkasten war an der falschen Stelle. Dann habe ich mir noch das Problem mit dem Autopiloten angeschaut und musste erstmal grundsätzlich verstehen wie der funktioniert. Ich fand heraus, das etwas mit dem Fluxgate Kompass nicht stimmte. Das musste erstmal warten, ich sah mir Tarifa einweinig an, zahlte 20 Euro bei der Hafenpolizei und legte mittags ab. Raus in die Straße von Gibraltar. Afrika zum greifen nah. Ich hatte krasse 2 Kn Strom von achtern sowie 17 kn Wind von achtern. Das zu manövrieren war schon gar nicht so einfach. Wind von achtern, habe ich von Stefan Hahn gelernt. "Bei unseren alten Schiffen" wie er sich immer ausdrückte, "geht das so". Ich machte also das Groß ganz auf, dabei hat sich die Großschot verknotet, als ich versuchte das in Ordnung zu bringen, drehte sich mit dem Strom das Schiff so schnell, das ich meine erste krasse Patenthalse hinlegte. Der Baum kam rüber und die Großschot knallte mir gegen die Brust, so dass ich tagelang Schmerzen hatte. Stefan hätte gesagt: "An sowas kann man sterben". Das hätte echt blöd ausgehen können. Ich machte einen Bullenstander auch wie ich ihn von Stefan gelernt habe. Dann wurde ich durch diese Straße so richtig durchgespült mit Fahrt bis 8,9 Knoten. Auch danach hatte ich Strom von achtern und beschloss das so weit als möglich auszunutzen.
Mein Ziel war dann, es wurde dunkel Malaga, also irgendwo den Anker fallen zu lassen.
Ich entschied den Vorhafen von Malaga-Velez zu nehmen. Ich konnte ohne Autopilot nicht weiter fahren. Dann folgten meine Lektionen zum Ankern. Ich kam um ca. 05:30 dort an und schaute mich um.
Die Fahrstraße der Fischer ging direkt daran vorbei und dahinter wurde es sehr schnell flach. Ich versuchte es, aber der Anker hielt nicht. Ich versuchte es 3mal, was sehr viel Zeit in Anspruch nahm und ich eigentlich schon durch war.
Lektion 1: Wenn der Anker nicht hält, dann nicht 50m weiter nochmal probieren, sondern woanders hinfahren.
Ich fuhr dann an eine andere Stelle, die zum Ankern eingetragen war und dort hielt er und ich konnte endlich schlafen.
Lektion 2:
Diese Ankerstelle war ungeschützt am Badestrand. Die Schulkinder lernten hier Kajak fahren. Auf einmal, brach ein Starkwind los mit über 30 Kn. Der Ankeralarm ging los und ich merkte der Anker driftet.
Bei soviel Wind bekommt man den Anker nicht mehr hoch, wenn man gegenan fährt, dann drückt der Wind das Boot immer weg, ich bekam ihm nicht hoch und ich driftete weiter gegen Land.
Schließlich bekam ich in einer kurzen Windpause mit 25 Knoten 10m von den 20m raus. Ich überlegte was tun, ich musste weg vom Land. Da dachte ich mir, wenn der Anker nicht hält, dann fahr ich damit spazieren.
Ich fuhr also mit Anker in 10m tieferes Wasser, wo der dann irgendwan frei hängt, dann bekam ich in mit Mühe hoch und konnte weiterfahren.
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| Datum: Donnerstag, 04. September 2025 Abfahrt: 09:25 Uhr Ankunft: Freitag, 05. September 12:35 Uhr |
Start - Ziel: Von Muxia nach Povoa de Parzim |
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| Seemeilen: | 116,1 |
| Skipper: | Winny |
| An Bord | Winny |
| Wetterbedingungen: | Sonnig mit wenig Wind |
| Motorstunden: | 17 |
| Bemerkungen: Ok, ich machte mich auf zum spannendsten Abschnitts meiner Reise, ich musste an den Orcas vorbei. Laut Orca-App waren die letzten Angriffe auf Segelboote am 01.09.2025 im Riva Arousa und vor Vigo, da musste ich nun vorbei. Ich dachte mir, es sind ja Säugetiere, die nachts evtl. schlafen, vielleicht auch nicht so gut sehen oder keine Lust haben, so dass ich lieber in der Nacht vorbei fahre. Zuerst musste ich aber die Costa da Morta hinter mich bringen, die mir ja schon soviel Mühe gekostet hat, am Kap Finisterre war sie zu Ende. Dieses berühmte Kap heißt übersetzt das "Ende der Welt" was die Menschen vor Christoph Columbus damals dachten. Davor die Weite des Atlantiks, mit seinen mir durchaus bekannten langen Wellen die bis von Amerika rüberkommen. Mitunter ist dazwischen ein Sturm oder sogar ein Orkan, dessen Wellen uns auf der Biskaya, kurz vor A Coruna erwischten. Nun kommen wir also in die wunderschönen Fjorde, würde ich sie bezeichnen, die ins schöne Galizien hineinragen. Hier wollte ich eigentlich unbedingt mal ankern, auf meinem Hafenhandbuch ist ein Bild eines Segelbootes, welches vor dem weißen Sandstrand ankert und man badend zum Strand schwimmen konnte. Aber leider wird daraus nichts, denn die Orcas sind schlaue Tiere, die das auch wissen, hier gibt es viele Segelboote. Sie sind gerade hier, manchmal auch ganz wo anders, z.B. vor Gibraltar, aber nein sie sind hier. Also mache ich erstmal einen Bogen um diese Region. Ich beobachte das Meer genau, ob ich etwas sehen kann, aber alles ruhig bisher. Dann sehe ich hinter mir etwas schwarzes unterhalb der Oberfläche - oh nein - es springt aus dem Wasser, es ist glücklicherweise ein Delfin, die ich auf meiner Reise schon so oft gesehen habe, dann kommt noch einer, der bis zur Reling hoch springt, ich könnte mit der Hand danach greifen, so nah, dreht sich in der Luft und schaut mich an, sehr witzig dachte ich mir, als wenn er wüsste, dass ich gerade angespannt bin. Die Dämmerung kommt es wird Nacht ich, als ich an Vigo vorbei bin, gehe ich weiter unter Land unweit der 20m Tiefenlinie, so wie es allgemein empfohlen wird, beim Umgang mit Orcas, das ist ihnen zu seicht. Ich schnaufe durch und bereite mich auf die Nachtfahrt vor. Es blieb ruhig der Wind frischte etwas auf und ich komme gut voran. Wenn ich müde werde, schau ich nochmal ringsum, dann auf das Radar und auf das AIS ob irgend ein Schiff in den nächsten 3-4sm in der Nähe ist, dann schlafe ich so ca. 25 min, denn bis dahin kann kein Schiff mich erreichen, das klappt erstaunlich gut. Im Morgengrauen, erreiche ich Viano do Castello - Landfall Portugal. Dies ist das 7te Land auf meiner Reise. In dem Moment schreibt mir mein ehem. Kollege Thomas Czarnecki, dass ich gerade an dem schönen Ort vorbeikomme, wo sie letztes Jahr im Urlaub waren. So verfolgen mich meine Freunde auf meiner Homepage, live dabei. Ab da an wurde es für mich etwas schwieriger, denn die Fischer legen hier überall ihre Netze aus, und deren Flaggen muss ich im Slalom ausweichen, bis zu meinem Zielhafen Povoa de Parzim. Dieser Ort sah nun von See aus gesehen nicht so besonders aus, das sollte sich später im Hafen noch weiter bestätigen. Ich hatte den Einruck ich bin nicht mehr in Europa, es sah alles etwas ärmer aus, wie ich es gewohnt bin. Alleine die Fischerboote sahen sehr alt aus, der Fischereihafen sah aus als wenn er in einem Entwicklungsland wäre. Die Häuser sahen schon etwas runtergekommen aus, am Strand große Hochhäuser, die auch schon bessere Tage gesehen haben. Meine Marina war allerdings modern, zum Hafenmeister musste ich richtig weit laufen. Aber was mich am meisten beeindruckt hat, sind die Menschen. So eine ehrliche Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft habe ich selten erlebt. Ich brauchte ein paar Dinge für die Aaris, und ein Hafenarbeiter fuhr mich mit einem modernen elektrischen Opel. Ich erzählte dass ich aus Deutschland hier her gesegelt bin und er zeigte mit die Stadt und erzählte gleich noch etwas über die Geschichte und die Sehenwürdigkeiten. Ein anderes Beispiel: Ich ging in die Stadt, die von meinem Steg aus nicht weit war. Da fragte ich einen älteren Herren nach einem Supermarkt, ich merkte er spricht kein englisch, ich kann kein portugiesisch, aber er erklärt mit den Händen wohin. Dann muss er vorgelaufen sein, ich sah in nicht mehr, bis er genau vor dem Eingang des Supermarktes auf mich wartete und mir den Weg in den Eingang zeigte, er verschwand wortlos. Ich war mächtig beeindruckt, sowas hatte ich noch nicht erlebt. Noch am Abend beschloss ich am nächsten Morgen weiter nach Porto zu fahren um zu Tanken, der Hafenarbeiter hat mir genau erklärt wie ich da hin komme und das ich nicht zur Ebbe nach Porto in die Tankstelle reinfahren kann. Im Morgengrauen bereite ich mich auf die Weiterreise vor, da kommt der gleiche Hafenarbeiter vorbei, ich glaube eher zufällig und fragte ob er beim Ablegen helfen soll. Ich dachte mir, ich kenne nicht mal seinen Namen, er kannte meinen und sogar wo genau die Aaris liegt. Track 056:
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| Datum: Sonntag, 03. August 2025 Abfahrt: 17:55 Uhr Ankunft: 05:10 Uhr |
Start - Ziel: Von Heiligenhafen nach Laboe in der Kieler Förde |
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| Seemeilen: | 39,2 |
| Skipper: | Winny |
| An Bord | Sepp und Winny |
| Wetterbedingungen: | 18 - 25 ktn Wind, viel Regen oder bewölkt |
| Motorstunden: | 4 |
| Bemerkungen: Track 042: Wir entschieden in der Nacht zu fahren, da wir hier besseren Wind haben, als am nächsten Tag. Da hätten wir den Wind nur auf der Nase gehabt und wahrscheinlich 36 sm motoren müssen. Diese Nachtfahrt hatte es in sich: Es wurden 14 - 16 Ktn Wind vorausgesagt, es waren aber dann tatsächlich 18 - 25 Ktn bei 1m kurzer Welle die aber dann vor der Kieler Förde weniger wurde. Es war aber mächtig Bewegung im Schiff. An dieser Fahrt merkt man einfach die Erfahrung von Sepp, der hier sehr viel das Ruder hatte und die Segel sehr gut trimmte. Wir hatten aber ab 00:30 mit starkem Regen zu kämpfen, gut ist hier unsere Sprayhood unter der man sich geschützt aufhalten kann. Da wir den Kurs direkt auf die Kieler Förde nicht halten konnten, mussten wir eine Wende machen und die letzten 9 sm mit Maschine fahren. Wir sind glücklich in Laboe um 05:10 Uhr eingelaufen, mussten allerdings noch ca. 30min einen freien Liegeplatz suchen. Übermorgen startet hier in Kiel ein großes Event mit einem Fest für das Ocean Race Europe, welches am 10. August startet. Boris Hermann wird hier mit seiner Crew starten. Er wird uns vermutlich, ausser wir sind schneller ;-), auf der Nordsee überholen, vielleicht sende ich einen Funkspruch zu Boris ob ich zur Seite gehen soll :-)
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